HSG Euskirchen – VfL Bardenberg (16:17) 30:34
Kein Selbstläufer erwartete die Männer des VfL am vergangenen Samstag in der Peter-Weber-Halle zu Kuchenheim. Die Euskirchener hatte man in der Vorwoche noch in Merkstein beobachtet und eine enttäuschende, konsternierte Darbietung zu sehen bekommen. Von dieser ersatzgeschwächten, überforderten Truppe konnte an diesem Samstag nicht die Rede sein.
Zum Spiel:
Mit viel Motivation starteten die Bardenberger ins Spiel und gingen zügig mit 3:0 in Führung. Gute Abwehrarbeit, im Zusammenspiel mit einem guten und schnellem Umschaltspiel, waren der Garant dafür. Leider ging es nicht so weiter. Unkonzentrierte Torwürfe und Nachlässigkeiten im Abwehrverbund brachten den Gegner ins Spiel. So stand es nach 7 Minuten nicht unverdient 4:3 für den Gastgeber.
Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Kein Team konnte sich mit mehr als 2 Toren absetzen. Unsere Abwehr fing sich zwar wieder und wir konnten einige Bälle erobern, doch waren sie durch überhastete Pässe wieder schneller weg, als man gucken konnte. Dazu kam noch eine schlechte Wurfquote und keine Unterstützung durch unsere sonst so verlässigen Torhüter in der ersten Hälfte. Etwas glücklich konnten wir über 10:12 (18‘) mit einer 17:16 Führung in die Pause gehen.
Das Fehlen vieler Stammkräfte hatte schon jetzt seine Spuren hinterlassen. Ohne Tim Gellin, Andrew Akintunde, Tizian Schappacher und Marvin Strauch war der Akku der Übriggebliebenen in der extrem überheizten Halle in den roten Bereich gefallen.
In der Kabine wurde wieder Kraft getankt und alles auf null gestellt. Wir waren nun deutlich wacher. Die Abwehr stand besser und auch die Torhüter kamen immer besser ins Spiel. Hinten wurden Bälle erkämpft, welche mit Tempo nach vorne getragen und verwandelt werden konnten. Im Positionsangriff nutzen wir die Lücken und kämpfen uns ins Spiel rein. In der 35. Minute konnten wir bei 21:18 wieder auf 3 Tore plus stellen.
In der 52. Minute war das Spiel in der Crunchtime angekommen. Euskirchen stellte bei 27:27 wieder auf unentschieden. Ab diesem Zeitpunkt funktionierten wir in allen Mannschaftsteilen. Die Abwehr bekam noch mehr Zugriff, den auch die Jungs der HSG hatten mit der Hitze in der Halle zu kämpfen. Das Torhüterspiel war zum rechten Zeitpunkt zurückgekehrt und auch die Bälle wurden im Angriff versenkt. Hier konnten wir uns auf Martin Dockhorn verlassen. Martin erzielte 3 seine 4 Treffer in der entscheidenden Schlussphase und machte damit den Sack zu.
„Das war kein schönes Spiel und hat mich wieder Jahre meines Lebens gekostet“, so ein sichtlich erleichterter Ingo Drießen. „Wir wussten, dass wir trotz des dezimierten Kaders das Potenzial haben, um die Punkte zu holen. Euskirchen hat uns alles abverlangt, aber wir haben gegengehalten und standgehalten. Ein riesen Kompliment geht vor allem an die jungen Spieler. Wir sie diesem Druck getrotzt haben ist schon aller Ehren wert. Wir wachsen von Spiel zu Spiel immer mehr zu einer Einheit zusammen“.
Das war der 9 Sieg in Folge. Das mit Brühl unser direkter Verfolger dann noch überraschend beim Tabellenletzten Schwarz-Rot Aachen verloren hatte, war das i Tüpfelchen auf einem erfolgreichen Abend für den VfL. Wir würden uns freuen, wenn die Leistungen der letzten Wochen sich auch in Bardenberg und Umgebung herumspricht und honoriert wird. Wir sind Tabellenführer und sehen das nicht als selbstverständlich an. Kommenden Samstag erwartet uns mit BTB die nächste hohe Hürde. Mit den Zuschauern im Rücken können wir auch hier als Einheit bestehen.