VfL dreht nach der Pause richtig auf und bezwingt Regionalliga-Absteiger Nümbrecht mit 35:29

Was für eine zweite Halbzeit! Nach durchwachsenen ersten 30 Minuten zeigte der VfL Bardenberg gegen den SSV Nümbrecht ein völlig anderes Gesicht und feierte mit einem überzeugenden 35:29 (12:14) den ersten Heimsieg in der Oberliga.
Nach dem Auswärtserfolg beim VfL Gummersbach II in der vergangenen Woche gelang uns damit bereits der zweite Sieg gegen einen Absteiger aus der Regionalliga. Mit nunmehr 5:3 Punkten klettert unsere Mannschaft vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz.
Dabei sah es zur Halbzeit noch nicht unbedingt nach einem erfolgreichen Handballabend aus.
Nümbrecht stellt uns vor Probleme
Nach dem erfolgreichen Auswärtsspiel bei Gummersbach II wartete mit dem SSV Nümbrecht direkt der nächste ehemalige Regionalligist auf uns. Diesmal allerdings vor heimischer Kulisse in der Walter-Rütt-Halle.
Mit einer defensiven, aggressiv arbeitenden Abwehr versuchte Nümbrecht, uns den Schneid abzukaufen. Das gelang in den ersten 30 Minuten durchaus. Zwar konnten wir unsere Fehlerquote im Vergleich zu den ersten Saisonspielen deutlich reduzieren, doch fehlte uns im Angriff zunächst die nötige Konsequenz. Wir trafen zu häufig die falschen Entscheidungen, gingen nicht entschlossen genug in die Tiefe und nahmen uns stattdessen Würfe aus der Distanz, oftmals unter Kontakt und aus wenig aussichtsreichen Positionen.
Auch defensiv fanden wir zunächst nicht die richtigen Antworten. Besonders das Zusammenspiel der Gäste mit ihrem starken Kreisläufer bereitete uns Schwierigkeiten.
Die Partie blieb dennoch lange ausgeglichen. Nach dem 6:6 Mitte der ersten Hälfte setzte sich Nümbrecht erstmals etwas ab. Über 7:9 und 9:12 gerieten wir ins Hintertreffen. Kurz vor der Pause kämpften wir uns noch einmal auf 12:13 heran, mussten aber mit einem 12:14-Rückstand in die Kabine. Zufrieden konnten wir damit nicht sein. Aber wir waren auch weit davon entfernt, dieses Spiel verloren zu geben.
Mehr Mut und mehr Tiefe

Die Halbzeitansprache war auch genau darauf ausgerichtet. Wir mussten mutiger werden, konsequenter in die Tiefe gehen und vor allem wieder den Handball spielen, der uns auszeichnet. Und genau das setzte die Mannschaft zunehmend um.
Zunächst brauchte es noch einige Minuten. Nümbrecht hielt dagegen und verteidigte seine Führung. Doch wir waren jetzt deutlich präsenter, suchten entschlossener die Zweikämpfe und fanden immer bessere Lösungen gegen die kompakte Gästeabwehr.
In der 37. Minute war es endlich so weit. Jan Claussen traf zum 17:17 und belohnte damit eine Mannschaft, die jetzt mit deutlich mehr Überzeugung auftrat. Nur Sekunden später brachte uns Andrew Akintunde mit 18:17 erstmals seit längerer Zeit wieder in Führung.
Eine Mannschaft wie aus einem Guss
Was in den folgenden Minuten passierte, war die bislang wohl stärkste Phase unserer noch jungen Oberliga-Saison.
Die Formation auf der Platte harmonierte jetzt hervorragend. Unsere Abwehr stand deutlich sicherer, die Abstimmung funktionierte und auch im Angriff fanden wir nahezu immer die richtige Entscheidung. Ob der konsequente Durchbruch im Eins-gegen-eins, der entschlossene Wurf aus dem Rückraum oder das geduldige Durchspielen bis auf die Außenpositionen. Plötzlich griff ein Rädchen ins andere.
Einen besonderen Anteil daran hatte Jonas Audi, der unserem Spiel mit seiner Dynamik noch einmal einen ganz anderen Rhythmus gab. Mit viel Tempo aus der eigenen Abwehr heraus und seinem Zug in der ersten und zweiten Welle brachte er ein erfrischendes Element in unser Angriffsspiel. Aus dem 17:17 wurde ein 21:17. Nümbrecht versuchte gegenzuhalten, fand aber zunehmend weniger Antworten auf unser variables Angriffsspiel.
Beim 26:21 in der 50. Minute hatten wir uns bereits auf fünf Tore abgesetzt. Und wir hatten noch lange nicht genug. Angetrieben von einer immer selbstbewusster auftretenden Mannschaft bauten wir unsere Führung weiter aus. Beim 35:25 in der 58. Minute betrug der Vorsprung erstmals zehn Treffer. Aus einem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause war eine Zehn-Tore-Führung geworden.
23 eigene Treffer in der zweiten Halbzeit sprechen eine deutliche Sprache!
Dass wir in den letzten Minuten etwas an Konzentration und Spannung verloren und Nümbrecht noch auf 35:29 verkürzen konnte, änderte nichts mehr am hochverdienten Heimsieg.
Starke Einzelleistungen, aber vor allem eine geschlossene Mannschaft
Natürlich gab es auch an diesem Abend Spieler, die besondere Akzente setzten. Kevin Ogiolda vertrat den erkrankten Jannis Kleynen mit einer hervorragenden Leistung zwischen den Pfosten. Mit wichtigen Paraden gab er unserer Mannschaft den nötigen Rückhalt und hatte großen Anteil daran, dass wir gerade in der zweiten Halbzeit immer mehr Sicherheit gewannen.
Jonas Audi war nach der Pause ein echter Impulsgeber. Mit seinem Tempo, seiner Spielfreude und sechs Treffern brachte er zusätzliche Dynamik in unser Spiel.
Mit jeweils sieben Toren waren Paul Drießen und Tim Gellin unsere erfolgreichsten Werfer. Auch sie profitierten davon, dass wir als Mannschaft zunehmend bessere Entscheidungen trafen und unsere Angriffe konsequenter ausspielten.
Aber dieser Erfolg war vor allem das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Jeder brachte sich ein, jeder übernahm Verantwortung und gemeinsam fanden wir die Lösungen, die uns in der ersten Hälfte noch gefehlt hatten. Das wir den Spieß umdrehen konnten und unsererseits in der zweiten Halbzeit die bessere Abwehr stellen konnten war ein Garant für den Sieg und eine echte Willensleistung des gesamten Teams.
Wir kommen langsam in der Oberliga an
Nach vier Spieltagen stehen wir bei 5:3 Punkten und dürfen uns zumindest vorübergehend über den zweiten Tabellenplatz freuen. Viel wichtiger als die Platzierung ist aber die Entwicklung, die unsere Mannschaft gerade nimmt. Mit Nümbrecht hatten wir aus unserer Sicht den bislang stärksten Gegner der Saison zu Gast. Und ausgerechnet gegen diesen Gegner haben wir unsere bisher beste Leistung gezeigt.
Das macht Mut. Wir finden als Mannschaft immer besser zusammen. Die Abläufe werden sicherer, die Abstimmung passt zunehmend und auch individuell kommen wir Schritt für Schritt besser in der Oberliga an. Es gibt weiterhin einiges zu verbessern. Wir wissen, dass wir noch konstanter werden müssen und uns gerade in schwierigen Spielphasen nicht zu sehr von unserem eigenen Spiel entfernen dürfen. Aber wenn man sieht, was diese Mannschaft bereits leisten kann und gleichzeitig weiß, wie viel Potenzial noch in ihr steckt, dann darf man durchaus zuversichtlich sein.
Das war ein richtig geiles Handballspiel unserer Jungs. Und wir haben noch ordentlich Luft nach oben!
Ein großes Dankeschön auch an alle Zuschauer, die uns in der Walter-Rütt-Halle unterstützt haben. Gemeinsam durften wir endlich den ersten Oberliga-Heimsieg feiern.
🔵⚪ Unsere neuen Trikots sind da! 🔵⚪
Ein großes Dankeschön an unsere Sponsoren ARBEITSSCHUTZ GOLSCH und SYSMANO für die großartige Unterstützung und die Ausstattung der 1. Mannschaft mit neuen Trikots!
Und das Beste: Die neuen Trikots haben direkt bei ihrem ersten Einsatz Glück gebracht!
Fotos von der offiziellen Präsentation und unserem ersten erfolgreichen Spiel im neuen Outfit folgen in Kürze!
Vielen Dank für euer Engagement und eure Verbundenheit zum VfL Bardenberg! 💙🤍