Drittes Spiel, erster Sieg: VfL belohnt sich in Gummersbach

Starke Abwehr, viel Moral und zwei starke Torhüter bringen den ersten Oberliga-Erfolg

Da ist er: der erste Sieg in der Oberliga! In einem intensiven, körperlichen und in der Schlussphase äußerst hektischen Spiel gewinnt der VfL Bardenberg beim VfL Gummersbach II mit 30:27 (16:14). Nach dem Unentschieden zum Auftakt in Birkesdorf und der vermeidbaren Heimniederlage gegen Köln belohnt sich unsere Mannschaft im dritten Saisonspiel erstmals mit zwei Punkten.

Und diese beiden Punkte mussten wir uns hart erarbeiten.

Personell wieder improvisieren

Mit Jan Claussen mussten wir erneut auf einen wichtigen Spieler verzichten. Umso besser passte die Rückkehr von Adrian Michelmann, der nach fünfwöchiger Pause genau zum richtigen Zeitpunkt wieder zur Verfügung stand.

Auch Yannick Schürmann stellte sich trotz einer Platzwunde am Auge in den Dienst der Mannschaft. Gerade weil mit Ben Müller urlaubsbedingt auch der zweite etatmäßige Außenspieler fehlte.

Uns war klar, was uns in Gummersbach erwarten würde. Die zweite Mannschaft des VfL besteht zu großen Teilen aus jungen, technisch sehr gut ausgebildeten Spielern aus dem Bundesliga-Nachwuchs. Viel Tempo, viele Eins-gegen-eins-Situationen und kaum Zeit zum Durchatmen.

Darauf waren wir vorbereitet.

Von Beginn an voll im Spiel

Bardenberg fand gut in die Partie. Nach dem 3:3 brachten uns Paul Drießen und Luis Kohlen mit 5:3 in Führung. Vor allem Paul sorgte mit seinem druckvollen Spiel und viel Tiefe immer wieder dafür, dass wir die Gummersbacher Abwehr vor Entscheidungen stellten. Drei seiner insgesamt fünf Treffer erzielte er bereits in der Anfangsphase.

Auch als Gummersbach beim 10:10 wieder ausglich, blieben wir ruhig. Drei Treffer von Nicolas Krupp innerhalb kurzer Zeit brachten uns erneut nach vorne, Tim Gellin legte nach und mit einer 16:14-Führung ging es in die Kabine.

Die Grundlage dafür lag aber nicht nur im Angriff. Unsere Abwehr arbeitete über weite Strecken sehr konzentriert und dahinter hatten wir an diesem Abend zwei Torhüter, die der Mannschaft den nötigen Rückhalt gaben.

Bardenberg setzt sich ab

Nach der Pause wollten wir nicht verwalten und kamen entsprechend aus der Kabine. Andrew Akintunde, Adrian Michelmann und erneut Paul Drießen erhöhten auf 19:15. Gummersbach kämpfte sich noch einmal auf 20:21 heran, doch wir fanden die richtige Antwort.

In einer unserer stärksten Phasen des Spiels zogen wir davon.

Aus dem 20:21 wurde ein 20:24, wenig später stand es 21:26. Als wir in der 50. Minute per Siebenmeter zum 27:21 trafen, lagen wir erstmals mit sechs Toren vorne.

Aber ruhig sollte dieser Abend nicht zu Ende gehen.

Eine Schlussphase, die es in sich hatte

Die letzten zehn Minuten entwickelten sich zu einer echten Herausforderung. Mehrere Zeitstrafen brachten uns zunehmend in Unterzahl, zeitweise standen nur noch drei Bardenberger Feldspieler auf der Platte.

Gummersbach nutzte die Situation und verkürzte von 21:27 auf 24:27. Wir selbst stellten uns im Spiel mit dem leeren Tor nicht immer geschickt an. Gelang uns trotz Unterzahl ein Treffer, antworteten die Gastgeber teilweise unmittelbar über die schnelle Mitte auf das verwaiste Tor.

Zusätzliche Unruhe entstand am Zeitnehmertisch. Bereits zuvor war ein angemeldetes Bardenberger Team-Time-out nicht durch einen Pfiff unterbrochen worden und der Ball ging an Gummersbach. In der 57. Minute wurde ein weiteres angemeldetes Team-Time-out zunächst ebenfalls nicht angezeigt. Die Schiedsrichter enthoben daraufhin den Gummersbacher Zeitnehmer seiner Aufgabe. Anschließend wurde die Zeitmessanlage nicht mehr genutzt und der verbliebene Bardenberger Sekretär musste zusätzlich die Zeitnahme übernehmen.

Bei der Vielzahl an Zeitstrafen und einer Partie, die längst auf Messers Schneide stand, war das für alle Beteiligten eine schwierige Situation.

Ein Kompliment deshalb auch an das Schiedsrichtergespann Laurenz Heidrich und Marcel Pütz, dass in dieser hektischen Schlussphase die Übersicht behielt.

Diesmal bringen wir es nach Hause

Beim 24:27 war Gummersbach wieder dran, doch Tim Gellin traf zum 28:24. Nach einer weiteren Zeitstrafe gegen uns verkürzten die Gastgeber erneut, ehe Paul Drießen mit seinem fünften Treffer das wichtige 29:25 erzielte. Mattis Errenst setzte wenig später mit dem 30:26 den letzten Bardenberger Treffer des Abends.

Natürlich war auch in Gummersbach noch nicht alles perfekt. Gerade in der hektischen Schlussphase hätten wir einige Situationen cleverer lösen können. Aber diesmal haben wir uns für die Arbeit belohnt.

Der Schlüssel zu diesem Sieg lag aber in der Defensive. Eine starke, leidenschaftlich arbeitende Abwehr und zwei hervorragend aufgelegte Torhüter.

Jannis Kleynen und Kevin Ogiolda gaben uns über die gesamte Partie den Rückhalt, den man in einem solchen Spiel braucht. Beide waren da, wenn die Abwehr doch einmal überwunden wurde, und halfen entscheidend mit, dass wir auch in schwierigen Phasen im Spiel blieben.

Nach drei Spielen haben wir jetzt erlebt, wie eng es in dieser Oberliga zugeht. Wir haben in Birkesdorf Moral bewiesen, gegen Köln Lehrgeld bezahlt und uns in Gummersbach erstmals mit zwei Punkten belohnt.

Und dieses Gefühl nehmen wir gerne mit zurück ins Dörflein.

Unser Dorf. Unser Verein. Unser VfL.

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